Im Jahre 2003 wurde aus einer Theken-Schnaps-Idee ein konkreter Vorsatz. Wir wollen auch Böllerschießen. Aber nicht einfach "nur" Hand- oder Schaftböller. Wenn schon, denn schon. Schnell war klar: wenn wir böllern, dann mit Kanonen! Die anfängliche Euphorie war schnell gedämpft. Kanonen wachsen nicht auf Bäumen. Wie es gesetzlich mit dem Böllern mit Kanonen aussah wusste so recht auch niemand.
Diverse Ideen für den Eigenbau einer Böllerkanone wurden geboren (und genauso schnell auch wieder verworfen). Irgendwann stand fest, wir brauchen professionelle Hilfe. Die fanden wir in Gestalt eines Kanonenrohrgussmeisters aus dem hohen Norden, welcher uns dann mit Rat und Tat zur Seite stand.
Lösung: Wir besorgen uns ein paar Hölzräder (saarl. Euphemismus für: wir haben nicht die Absicht, die Räder jemals zu bezahlen!), die Lafette bauen wir selbst und das Rohr wird gekauft. Und so wurde auf der Vereinsfahrt im September 2003 gedanklich die Böllergruppe aus der Taufe gehoben.
Die vier Mitglieder, welche bereit waren sich sowohl Uniformen anzuschaffen als auch den "Böllerschein" zu machen, waren Peter Riga, Helmut Westhofen, Wolfgang Gottschald und Uwe Maringer.
Ein besonderer Dank gilt hier den den beiden Kanonenrohr-Sponsoren Biggi und Jürgen Klein. Ohne ihre spontane Zusage der jungen Bölleridee unter die Arme zu greifen wäre die Böllergruppe möglicherweise nie über das Stadium einer Thekenidee hinaus gekommen.
Aber auch Bernd Löhfelm gebührt an dieser Stelle Dank. Denn ohne "seine" Räder müssten wir unser erstes Geschütz noch immer tragen. Edmund Maringer baute die Lafette und Wolfgang Gottschald sorgte für die eisernen Beschlagteile. Aber auch viele andere Schützen pinselten, schraubten, schweißten, schliffen, bohrten usw. Ihnen allen sei hier gedankt!
Nach einem knappen Jahr Bauzeit war es dann soweit:
Der erste Schuss! Und den gab unsere "Kleine" am 1. Mai 2005 ab.Danach böllerten wir zu allen Gelegenheiten. Zum Beispiel zur Eröffnung des Beckinger Schmauses, Geburtstagen, Silvester etc.
Für das Jahr 2007 hatten wir eine Einladung nach Stade, in die Festung Grauerort. Dieses Ereignis prägte unsere Böllergruppe in mehrfacher Hinsicht. Wir lernten andere Gruppen kennen, stellten fest, dass unsere Uniformen nicht "so" historisch korrekt waren, wie sie hätten sein sollen und vieles mehr.
Aber bereits 2008, zur Nachstellung der Schlacht auf den Spicheren Höhen bei Saarbrücken, waren Uniformierung und Ausstattung verbessert. Auch hier lernten wir neue Gruppen und auch Freunde kennen. Besonders erwähnt seien hier Infanteristen des IR 30 "Graf Werder" und unsere Artilleriekameraden von der Fußari 9 aus Koblenz.
2009 waren wir zur Historiale nach Berlin. Besonderes Highlight für alle Beteiligten war der Marsch mit Pickelhaube durchs Brandenburger Tor vor mehreren zehntausend Zuschauern. Aber auch das historische Nikolaiviertel bot einen schönen Rahmen für die Tage der Historiale.
2010 kämpften und böllerten wir beim Prolog 1870 vor Völklingen und dann bei der Erstürmung der Spicherer Höhen.
2011 gaben wir den feierlichen Rahmen für die Verabschiedung unserer langjährigen Präsidentin, Frau Ute Krämer, in Rehlingen. Ihr zu Ehren böllerten wir mit vielen anderen Böllerschützen auf dem Landesdelegiertentag.
Die Berufsfeuerwehr Saarbrücken drehte im April die Zeit um 100 Jahre zurück und lud dazu viele Feuerwehren, aber auch Träger von zeitgenössischen Uniformen in die Landeshauptstadt ein. Hier gaben wir den Rahmen der historischen Löschübung für mehr als fünftausend Zuschauer.
Im Rahmen der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz fungierten wir als lebendiger Teil der Geschichte beim "Preußentag" auf dem Festungsgelände der Festung Ehrenbreitstein.
2012 nahmen wir an der 200-Jahr-Feier des Infanterie-Regimentes Nr. 30 "Graf Werder" in Saarlouis teil und sorgten dafür, dass die Vauban-Insel nach langer Zeit wieder in Pulverdampf und Kanonendonner gehüllt wurde.
Im gleichen Jahr waren wir Akteure bei den Historienspielen auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.